Streitschlichtung am MGB

Seit 2007 gibt es am MGB die Einrichtung der Schülerstreitschlichtung.

Die Streitschlichter haben unter professioneller Anleitung gelernt, wie Streitigkeiten zwischen Schülern geschlichtet werden können.

Indem sie die erworbenen Fähigkeiten einsetzen, ermöglichen sie es ihren Mitschülern zu erfahren, dass sich ein Streit ohne Sieger und Besiegte beilegen lässt.

Damit bieten sie ihren Mitschülern eine Anlaufstelle bei Streitigkeiten und tragen dazu bei, dass Auseinandersetzungen nicht eskalieren.

Typische Konflikte sind das Wegnehmen einer Sache, Beleidigungen und Beziehungskonflikte zwischen Schülerinnen und Schülern einer Klasse oder eines Jahrgangs.

Das Schlichtungsverfahren ist keine moralische oder disziplinarische Instanz, sondern konsensorientiert; also darauf ausgerichtet, die verschiedenen Standpunkte zu überbrücken.

Der erste Schritt der Schlichtung beinhaltet, die Schlichtung einzuleiten, Regeln und  Ablauf der Schlichtung zu erklären.

Die Grundregeln lauten:

  1. Ausreden lassen.
  2. Höflich sprechen, also Beschimpfungen und Abwertungen vermeiden.

Im zweiten Schritt sollen die jeweiligen Standpunkte nacheinander ausgetauscht und begründet werden. Diese Phase fördert das gegenseitige Verständnis.

Im dritten Schritt werden Konfliktlösungsmöglichkeiten gesammelt. Daraufhin wird aus den ausgewählten Ideen eine einvernehmliche Vereinbarung formuliert und auf einem Einigungsformular schriftlich festgehalten.

Durch die Verpflichtung, sich in einer Woche noch einmal zu treffen, um über das Gewesene oder über das Miteinander der letzten Woche gemeinsam zu reflektieren, kann der Konflikt dauerhaft gelöst und das veränderte Verhalten der „Gegner“ bestärkt werden.

In fast allen Konfliktfällen konnte am MGB eine Lösung für den Streit gefunden werden.

Die Schülerinnen und Schüler empfinden dabei die Streitschlichtung nicht als Strafe, sondern erleben sie als hilfreich, da niemand die Schlichtung als Verlierer verlässt und sie selber die Lösung ihres Konflikts gefunden haben.

Diese „Gewinner-Gewinner“-Situation und das Gefühl, selbstständig eine Lösung erarbeitet zu haben, gibt den Schülern ein Gefühl der Selbstsicherheit, mit dem sie beruhigt und friedlich in den Schulalltag zurückkehren können.

Hier liegt ein großer Vorteil für die Kolleginnen und Kollegen, da nach dem Schlichtungsverfahren zufriedene Schüler in den Unterricht zurückkommen, die sich jetzt wieder auf den Unterricht konzentrieren können und nicht gedanklich auf Rache sinnen. Sie sind wieder in der Lage, dem Unterricht aufmerksam zu folgen und brauchen nicht den Streit im Unterricht fortzusetzen.

Vor allem Jüngere, also Schüler der 5./6. Klassen, können in den Pausen den ersten Kontakt mit den Streitschlichtern suchen, um einen Termin für eine ausführliche Streitschlichtungsrunde der Betroffenen auszumachen.

Der Kontakt mit den Streitschlichtern wird so hergestellt:

Die betroffenen „Streithähne“ melden sich in der Großen Pause im Streitschlichterzimmer, das sich neben der Aula befindet. Die dort bereitstehenden Experten vereinbaren dann möglichst zeitnah einen Termin für das Gespräch. Die Inhalte der Gespräche sind selbstverständlich vertraulich. Die Klassenlehrer erhalten lediglich eine Rückmeldung, dass ein Gespräch stattgefunden hat.

Bitte ermuntern Sie Ihre Kinder, dass sie bei einem Streitfall den Kontakt mit den Streitschlichtern suchen.

Verantwortlich für die Betreuung der Streitschlichter sind Frau Betz und Herr Droß.