Erfahrungsbericht vom deutsch-polnischen Schulaustauschprogramm

Nach einer interessanten und ereignisreichen Woche musste sich die Klasse 10d des Melanchthon-Gymnasiums Bretten in Begleitung von Herrn Söhner und Frau Witt am Warschauer Bahnhof von ihren Austauschpartnern verabschieden. Am gleichen Ort waren sie acht Tage zuvor angekommen und wussten nicht, was sie erwartet: Um 22 Uhr erreichte die Klasse am Montag, 27. März 2017, den Warschauer Hauptbahnhof und wurde herzlich von ihren Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern begrüßt. Da einige viel zu erzählen hatten, war die erste Nacht in den Gastfamilien für die meisten Schülerinnen und Schüler relativ kurz.  Dementsprechend müde begann am darauffolgenden Morgen das Austauschprogramm in der Schule, in der die Schülerinnen und Schüler der 10d herzlich begrüßt wurden. Dort wurde ihnen ein Video über die Schule gezeigt und alle tanzten zusammen einen typisch polnischen Tanz. In kleineren Gruppen durften die deutschen Schüler den polnischen Unterricht besuchen und waren sehr überrascht, da der polnische Unterricht dem deutschen Unterricht ähnlich ist. Am Nachmittag lernte die Klasse 10d im Rahmen einer interessanten Stadtführung ihre neue „Heimatstadt für eine Woche“ kennen. Sie besichtigten unter anderem den Bankplatz, das Denkmal des Warschauer Aufstandes, die Warschauer Meerjungfrau, das Schloss und das Grab des unbekannten Soldaten, an welchem man einen Schichtwechsel der Soldaten beobachten konnte.

Am Mittwoch fuhren alle dann mit dem Bus früh morgens nach Danzig, wo sie ebenfalls durch die Stadt geführt wurden. Die meisten waren sehr beeindruckt von der aus Ziegeln errichteten Marienkirche, dem Neptunbrunnen auf dem Stadtplatz und der grünen Brücke. Nach der sehr informativen, aber auch langen Führung konnten sich alle am Abend in der Jugendherberge ausruhen und gemeinsam Zeit verbringen.

Den Vormittag des Donnerstags verbrachte die gesamte Gruppe im Europäischen Zentrum der Solidarnosc. Das im Jahr 2010 eröffnete Museum ist ein rostfarbener Baukörper und erinnert an einen Schiffsrumpf. Dieser Platz zeigt den Kampf um die Freiheit, wobei viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Nach diesen ernsten Eindrücken fuhren sie nachmittags nach Sopot ans Meer. Dort war genug Zeit, um die Umgebung wirken zu lassen und sich zu erholen, bevor am Abend alle wieder zurück in die Jugendherberge fuhren, zusammen kochten und aßen. 

An dem letzten Tag in Danzig besuchten die Klassen den Hafen in Gdynia und besichtigten ein Schiff. In der folgenden Freizeit gab es die Möglichkeit, Souvenirs zu kaufen. Von dort aus fuhren alle zurück zu ihren Gastfamilien in Warschau.

Das Wochenende durften die deutschen Schüler mit ihren polnischen Austauschpartnern verbringen und es waren verschiedene Aktionen geplant. Einige gingen zu einem Farbfestival, einer Trampolinhalle oder zum Bowling. Vor allem war aber genug Zeit, die Austauschpartner und deren Familien besser kennenzulernen.

Am Montag trafen sich alle zum letzten Mal gemeinsam vor dem Museum der jüdischen Geschichte in Warschau, auch Polin genannt. Hier beschäftigten sie sich mit der traurigen Geschichte der polnischen Juden, aber auch mit deren Alltagsleben. Am Nachmittag durften alle ein letztes Mal Zeit mit ihren Austauschpartnern verbringen, bevor die Koffer gepackt werden mussten, die gefühlt erst vor wenigen Tagen geöffnet wurden.

Der Abschied am kommenden Morgen erinnerte an die vielen schönen Dinge, die man in den letzten Tagen erlebt hatte. Deshalb freuen sich die deutschen Schüler jetzt schon sehr darauf, ihre polnischen Austauschschüler mit ihren Lehrerinnen Frau Tracz und Frau Gadonska in Bretten begrüßen zu dürfen. Alle sind dankbar dafür, diesen Austausch miterlebt haben zu dürfen. 

Luisa Hätscher und Caroline Münzker