Instrumentalkonzert 2017

Auf eine musikalische Reise durch Zeit und Raum entführten die Musiker und Musikerinnen des Melanchthon-Gymnasiums ihr Publikum am letzten Wochenende. Mit Stücken aus vergangenen und gegenwärtigen Epochen und von verschiedenen Ecken des Planeten präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Streicherklassen sowie die Unter- und Mittelstufenorchester ein abwechslungsreiches Programm. Die Streicherklasse 5b eröffnete das Konzert mit altbekannten Klängen in einer etwas umgestalteten Aula. Stilvoll mit Hemd und Kragen meisterten schon die Jüngsten ihren ersten Auftritt, die erst vor einem halben Jahr mit dem Erlernen ihres Instruments begonnen haben. Unter der Leitung von Carolin Wandel strichen sie mit selbstsicheren Bewegungen über die Saiten und blieben auch bei jazzigen Rhythmen wie dem „Open String Samba“ cool. Für Überraschung und Sprachlosigkeit im Saal sorgte außerdem der Jugend-Musiziert-Preisträger David Scheibler. Gleich einem Wunderkind spielte der Fünftklässler virtuose Läufe von Chopin mit Leichtigkeit. 

Die musikalische Weltreise wurde fortgesetzt durch die Streicherklasse 6b, die das andächtig lauschende Publikum mit einem puertorikanischen Volkslied in südlichere Gefilde lockte und von dort aus zurück über den großen Teich nach Israel. Deutlich gelang es den Sechstklässlern, verschiedene Klangcharakter, von dramatisch bis melancholisch, herauszuarbeiten.

Nach einem tänzerisch von vier Cellisten und einer Cellistin gespielten Vivaldi ging es weiter mit der Piccola Camerata, sensationell dirigiert von Robert Gervasi. Schon die Paukenschläge zu Beginn des ersten Stücks ließen dessen majestätisches Temperament vorausahnen, und das Publikum wurde nicht enttäuscht. So bewiesen auch die neun Solisten und das Orchester, wie humorvoll selbst ein barockes Werk von Händel gespielt werden kann.

Nein, an Nachwuchstalenten mangelt es dem MGB keineswegs. Das bewies das von der 13-jährigen Mona Kempf selbst komponierte und mit den Schülern einstudierte Stück „Ein Stück Mohnkuchen“, das sich als echter Ohrwurm entpuppte. Den Höhepunkt ihres Programms hatte sich die Piccola Camerata jedoch bis ganz zum Schluss aufgehoben. Mit der „Arethusa“ zauberten sie Bilder von weit entfernten Völkern auf einsamen Inseln in die Köpfe der Zuhörer.

Aus der Pause zurück geholt wurde das Publikum frech und stichelnd durch das Kammerorchester mit Johann Strauß' „Fledermausouverture“. Multimusiktalent Fabienne Blömeke (17) zeigte hierbei, dass sie neben Probearbeiten, Klavierbegleitungen und Solokonzerten auch selbst eine hervorragende Dirigentin abgibt.

Ganz ohne Dirigenten in kammermusikalischer Besetzung, dafür aber mit virtuosen Soli der Geschwister David und Alina Telge, ging es weiter, bis Andreas Sekulla schließlich wieder seinen gewohnten Platz als enthusiastischer Leiter des Orchesters einnahm. Die musikalische Reise führte nun die Windungen der Moldau hinab, von ihren Quellen durch sanfte Hügel und Dörfer Tschechiens ins durch majestätische Schlussakkorde golden leuchtende Prag. Das traditionelle Filmmusikprogramm gab es in diesem Jahr in Musicalform, und somit beendete das Kammerorchester mit bekannten Motiven aus dem „Phantom der Oper“ einen weltumspannenden Konzertabend.

Paula Breitschwerdt